Langer Beifall für die Schauspieler

Reislingen Das Publikum im Holzbanktheater war von der Liebes-Affäre „Der Bär“ begeistert.

Von Johannes Baumert

Großes Schauspiel auf kleiner Bühne erlebten die Besucher am Freitag und Samstag im Holzbanktheater. Auf dem Spielplan stand die Liebes-Affäre „Der Bär“ von A. P. Tschechow, dem mit seiner Komödie ein Schmankerl gelungen ist, das nicht unbedingt auf eine große Bühne angewiesen ist. Die Regie führte Dorin Mihailescu, ein anerkannter rumänischer Bühnenfachmann.

Wie ein Bär trat Torben Kallenberg auf, als er sich bei der trauernden Witwe einfand, um die Schulden ihres vor einem halben Jahr verstorbenen Gatten einzufordern. Sie konnte ihm das Geld nicht geben, da sie es nicht im Haus hatte. Er aber benötigte es sofort, um sein Bankkonto rechtzeitig ausgleichen zu können. So standen sich mit dem bulligen Gutsherrn und der tief in Trauer versunkenen Bauersfrau zwei Welten gegenüber. Dabei ging es turbulent und lautstark zu im Haus der Witwe.

Im Verlauf der Auseinandersetzung trat der eigentliche Anlass immer mehr in den Hintergrund. Das Thema verlagerte sich mehr und mehr weg vom Geld auf die Beziehungen zwischen den beiden Geschlechtern. Hier wurde nun das Publikum von beiden mit in das Geschehen einbezogen. Schließlich wollten sich die beiden duellieren. Doch dann spürten sie eine Nähe zueinander und alles endete in der Liebe.

Hervorragend verstand es Ozana Costin von der gefühlvollen trauernden Witwe zu einer streitbaren und schließlich liebenden Frau umzuschalten. Und auch Torben Kallenberg nahm man seine Umwandlung ab.

Zwar nur eine Nebenrolle hatte Christian Costin, der sich als Diener immer wieder einmischte. Er verstand es, den etwas trotteligen Hausgeist so darzustellen, dass er oftmals Heiterkeit auslöste. Das Publikum ging begeistert mit und feierte die drei Mimen mit langem Beifall. Das Holzbanktheater hat sich inzwischen einen guten Platz in der Kulturszene der Stadt erobert. Man darf auf weitere Überraschungen gespannt sein.

- Wolfsburger Nachrichten